Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer

Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer im Interview

Jörn Hofer wäre beinahe evangelischer Pastor geworden. Den Umgang mit Menschen hat er trotzdem zu seinem Beruf gemacht und seinen Platz gefunden:
als Kreuzfahrtdirektor auf den Phoenix-Hochseeschiffen.

Jörn, wie bist du aufs Schiff gekommen?
Tatsächlich über mein Theologiestudium: Nach dem Abitur und der Bundeswehr habe ich evangelische Theologie studiert. Meinen Bundeswehrdienst trat ich bei der Marine an und fand die Seefahrt bereits damals schön und interessant. Ich bin aber nicht auf die Idee gekommen, diesen Weg weiter zu gehen und zum Beispiel Nautik zu studieren. Nach meinem Theologiestudium bekam ich das Angebot von meiner Landeskirche, statt einem Referendariat eine zertifizierte Weiterbildung zum Reiseleiter und Animateur zu machen. Das hat mich gereizt. Für mein Praktikum kam ich mit Phoenix in Kontakt. Danach war mir klar, dass die Phoenix-Mannschaft ein gutes Team ist und ich mir eine Tätigkeit an Bord für den Rest meines Lebens vorstellen kann. So bin ich aufs Schiff gekommen und liebe es bis heute.

Warum passt es so gut zu dir?
Der Umgang mit Menschen liegt mir. Wer an Bord arbeitet, muss sich für Menschen interessieren, empathisch sein, soziale Kompetenzen vorweisen und positiv präsent sein. Die Grundeinstellung ist wichtig: Man muss Freude daran haben, was man tut. Die habe ich!

Wie definierst du deine Rolle als Kreuzfahrtdirektor?
Zuerst einmal sind wir ein starkes Team. Es geht nicht um wenige “Köpfe”, die vorne stehen, sondern darum, dass alle an einem Strang ziehen. Wir lieben Herausforderungen und sind immer willens und auch fähig, positive Lösungen zu finden. Die Gäste spüren, dass wir als Team gut funktionieren und Spaß miteinander haben. In einer solchen Atmosphäre fühlt sich der Gast automatisch wohl. Mein Leitmotiv lautet: Die Gäste sollen eine gute Zeit haben, tolle Erlebnisse sammeln und sich am Ende der Reise bereits auf die nächste freuen. Das ist unser Fokus und unser Ziel. Daran arbeiten wir jeden Tag aufs Neue. Unsere Gäste wissen das sehr zu schätzen.

Das ganze Schiff ist mein Lieblingsplatz!

Wie nimmst du die verschiedenen Reisen als Verantwortlicher wahr?
Phoenix fährt tolle und abwechslungsreiche Strecken. Das Konzept mit den vielen verschiedenen Routen finde ich fantastisch. Das macht die Arbeit auch für uns spannend. Je abwechslungsreicher der Routenplan ist, desto interessanter ist es auch für uns. Wenn der neue Katalog herauskommt, blättern wir ihn gespannt durch und schauen, welches Schiff welche Routen fährt. Da geht es uns wie den Gästen.

Wie kann man sich deine Beziehung zu den Schiffen vorstellen?
Ich freue mich ebenso wie die Gäste über die tollen Schiffe, auf denen ich unterwegs sein darf. Wenn man an Bord kommt, gilt das Motto Willkommen zu Hause auch für mich. Das Schöne ist, dass wir eine große Familie sind und man auf jedem Schiff bekannte Gesichter trifft und sich willkommen fühlt. Wir pflegen einen sehr freundschaftlichen und herzlichen Umgang miteinander. Sobald ich an Bord gehe, bin ich direkt integriert und das Landleben liegt ganz weit zurück.

Aber jedes Schiff funktioniert ein bisschen anders, oder?
Absolut! Deshalb lasse ich mich auf jedes Schiff neu ein. Abläufe, Konzepte und Ideen lassen sich nicht 1:1 von Schiff A auf Schiff B übertragen. Es ist immer sehr spannend, wenn man auf ein anderes Schiff geht und vor neuen Herausforderungen steht. Ich liebe diese Abwechslung und könnte mir Routine im Beruf schwer vorstellen. Veränderungen sind wichtig – auch für die Gäste. Sie sollen merken, dass wir uns immer wieder etwas Neues für sie ausdenken.

MS DEUTSCHLAND fährt 2026 ihre letzte Saison – auch mit dir an Bord. Was bedeutet dir das?
Dieses Schiff ist ein Stück Seefahrtgeschichte. Ich freue mich sehr und fühle mich auch geehrt, sie auf ihren letzten Reisen unter der Phoenix-Flagge zu begleiten. Ich hätte es als sehr schade empfunden, nie auf MS DEUTSCHLAND gefahren zu sein.

Wenn der neue Katalog herauskommt, blättern wir ihn gespannt durch und schauen, welches Schiff welche Routen fährt. Da geht es uns wie den Gästen

Gibt es Destinationen, die noch auf deiner Wunschliste stehen?
Ich glaube, dass jeden Seefahrer die Antarktis reizt. Spitzbergen und Grönland geben einem ja schon einen kleinen Einblick in die Gewaltigkeit des Eises. Wenn ich daran denke, welchen Eindruck man erst in der Antarktis bekommt – das würde mich sicher total umhauen.

Hast du einen Lieblingsplatz an Bord?
Ich stehe gerne an der Reling und schaue aufs Meer. Seit 2011 bin ich hauptsächlich auf MS ARTANIA unterwegs und natürlich hängt man besonders an dem Schiff, auf dem man größtenteils fährt. Mit jeder Bar und jeder Lounge an Bord sind so viele Erinnerungen verbunden – das sind alles meine Ankerplätze. Jeder Ort auf dem Schiff hat eine Bedeutung für mich. Insofern ist das ganze Schiff mein Lieblingsplatz.

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